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Die Geschichte der Feuerwehr Erkrath

Die Geschichte der Feuerwehr Erkrath ist eng mit der Entwicklung der Stadt Erkrath verbunden. Durch verschiedene Änderungen der Gemeindegrenzen in den letzten 100 Jahren veränderte sich auch die Zugehörigkeit der Löschzüge zur Feuerwehr Erkrath.

Die heutige Feuerwehr Erkrath besteht aus den Löschzügen Alt- Erkrath, Millrath und Trills. In der Gründerzeit der Feuerwehr ab 1900 bestand sie aus den Löschzügen Erkrath, Unterbach und Bruchhausen. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung kam der 1907 in der Bürgermeisterei Gruiten gegründete Löschzug Millrath 1975 hinzu, der Stadtteil Unterbach wurde mit seinem Löschzug an die Stadt Düsseldorf angegliedert.

Die Anfangsjahre:
Am 08. Juli 1900 versammelten sich 31 Bürger auf Initiative des Bürgermeisters Kaiser in der Gaststätte „Zum Parlament“ und gründeten die Feuerwehr Erkrath. Zum Vorsitzenden der Wehr wurde der Bürgermeister, zum Stellvertreter der Erste Beigeordnete gewählt. Einen Tag später gründeten 24 Bürger im „Bürgerschen Saale“ die Kompanie Bruchhausen- Hochdahl und am 10. Juli 1900 wird von 28 Bürgern schließlich in der Gaststätte „Am Zault“ die Kompanie Unterbach gegründet. Erkrath hat nun eine Feuerwehr, gegliedert nach den einzelnen Stadtteilen.

Alle Kompanien erhalten eine Handdruckspritze und die notwendigen Schläuche. Durch freiwillige Beiträge der Erkrather Bürgerschaft kann die Wehr eingekleidet werden. Allein im Sommer 1902 werden 30 Übungen abgehalten, die Wehr startet also lebhaft und geschäftig in ihre Zukunft. 1904 werden unter Aufnahme einer Anleihe für alle Mitglieder blaue Tuchröcke beschafft und schon 1905 wird eine mechanische Schiebleiter erworben. Diese wird mit einem Zuschuss der Gemeinde von 250.- Reichsmark sowie Beihilfen der Versicherungsverbände bezahlt. 1907 wurde auf Anordnung des Bürgermeisters Kolk der fast 70 Jahre später in die Feuerwehr Erkath eingegliederte Löschzug Millrath gegründet.

Durch die Annerkennung der Erkrather Feuerwehr und des Löschzugs Millrath beim Regierungspräsidenten Düsseldorf übernimmt die Gemeinde stärker die ordnungsgemäße Ausrüstung. Die Feuerwehr gibt sich neue Statuten und die Löschzüge beginnen verstärkt gemeinsam zu üben. Bereits 1912 beginnt in Erkath ein bis heute erfolgreiches Kapitel in der Geschichte der Wehr: die Jugendabteilung wird gegründet, um dem Mangel an Nachwuchs zu begegnen. 1913 wird im Herbst auf dem Erkrather Marktplatz der erste Feuerwehr- Steigerturm errichtet, der dort bis 1928 stehen wird.

Die Jahre 1920 bis 1930:
1925 konnte in Erkrath die erste Motorspritze beschafft werden. Vorher mussten die Handspritzen von vier Männern bedient werden und erbrachten trotzdem oft nicht die benötigte Wurfweite an den Strahlrohren. Im Jahr 1928 gab es zwei Richtfeste zu feiern: Im August bekam der Löschzug Unterbach, im September der Löschzug Millrath seinen Steigerturm. Obwohl bereits 1925 die erste Motorspritze in Erkrath beschafft wird, erhält der Löschzug Millrath noch 1929 eine neue  Handdruckspritze auf einem Anhänger.

1930 bis 1945:
1930 wurde in Preußen eine kommunale Neugliederung durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurde auch der Landkreis Düsseldorf- Mettmann und damit die Gemeinde Erkrath neu strukturiert: Teile der Stadteile Morp und Ludenberg werden von Erkrath abgetrennt und der Bürgermeisterei Gerresheim zugeordnet. Im Osten der Gemeinde werden die Ortschaften Trills und Bruchhausen-Hochdahl von Erkrath abgetrennt und unter dem Namen Millrath der Gemeinde Gruiten zugeordnet. Erkrath bleibt zusammen mit Unterbach eine eigene Gemeinde, wobei dem Brandbezirk Unterbach Liegenschaften im Bereich des heutigen Unterfeldhaus zugeordnet werden.

1933 erlebt die Feuerwehr Erkrath einen weiteren Fortschritt: der erste Motorwagen wird in Dienst genommen. Hierbei handelt es sich um eine Hinterlassenschaft des Metzgermeisters Willy Lipgens. Das Fahrzeug wurde in der Erkrather Wagenbaufirma Willy Firsbach aus Holz neu aufgebaut und mit Blech verkleidet. Das LF 8 war nach neun Monaten Bauzeit fertig und bis 1960 im Einsatz. Am 5. September 1933 bekam der Löschzug Millrath seine erste Motorspritze.
1938 werden die Stadteile Trills, Bruchhausen-Hochdahl und Millrath unter dem Namen „Zivilgemeinde Hochdahl“ zusammengefasst.

Seit der Erkrather Steigerturm 1928 abgerissen war, hatte der Löschzug Erkrath keine adäquate Möglichkeit zum Trocknen der Schläuche. 1939 wird unter anderem aus diesem Grund das Gerätehaus an der Gink mit angeschlossenem Turm gebaut, das bis 1986 das Gerätehaus des Löschzugs Erkrath blieb. Über die Zeit des zweiten Weltkriegs sind kaum Aufzeichnungen erhalten. Bekannt ist, dass die Uniformen entsprechend den Reichsvorschriften geändert wurden und passend zum Zeitgeist Exerzierübungen abgehalten wurden. Ebenfalls bekannt ist, dass die Fahrzeuge vorschriftsgemäß in grün umlackiert wurden. Durch die Einberufung von Feuerwehrmännern zum Militär wurde der Personalbestand stark reduziert.

1943 wurde für den Löschzug Unterbach ein LF 8 angeschafft. Es wurde ebenso wie die anderen Erkrather Feuerwehrfahrzeuge nach Kriegsende wieder in rot umlackiert. Interessanterweise findet man auf einem Erkrather Löschfahrzeug im Jahr 1954 die Beschriftung „Fire Dept., Feuerwehr Erkrath, No.2“.

1945- 1975:
In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg vollzog die Gemeinde Erkrath einen sprunghaften Aufschwung. Sicherlich begünstigt durch die gute Verkehrsanbindung und die Nähe zu Düsseldorf, aber auch durch den landschaftlichen Reiz der Nähe zum Neandertal nahm die Einwohnerzahl rasch zu. 1966 wurde der Gemeinde Erkrath von der Landesregierung der Status einer Stadt verliehen. Wohnten in Erkrath nach Ende des Krieges noch weniger als 7.500 Einwohner, stieg die Bevölkerungszahl rasch auf über 15.000 in Alt- Erkrath an. Der Bereich des Stadtteils Hochdahl wurde zu einem der größten Siedlungsprojekte des Landes Nordrhein- Westfalen und erreichte schnell 30.000 Einwohner. Diese enorme Vergrößerung der Stadt brachte für die Erkrather Löschzüge viele neue Herausforderungen mit sich.

Nach der Währungsreform konnten bei allen Löschzügen viele neue Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände beschafft werden. Die Motorisierung hielt Einzug bei der Erkrather Feuerwehr. So konnte z.B. der Löschzug Millrath 1950 für 1250.- DM ein gebrauchtes Auto erwerben, 1951 wurden für die alle Züge Pressluftatemgeräte für den Einsatz in verrauchten Gebäuden beschafft und 1955 konnte der Löschzug Millrath ein neues Löschfahrzeug auf Basis eines Opel Blitz entgegennehmen.
Im Jahr 1961 wird in Unterbach das neue Gerätehaus eingeweiht, der Löschzug Millrath erhält 1964 sein neues Gerätehaus.
Anlässlich des Erhalts seines ersten Tanklöschfahzeugs (TLF 16/25) 1965 wird ein Festumzug durch die Straßen Erkraths veranstaltet.

Bereits 1970 zieht der Löschzug Trills aus der alten Trillser Schule zur damals neuen Feuerwache an der Hildener Straße um. 1972 nimmt aufgrund der stark gestiegenen Anforderungen an die Erkather Feuerwehr in der Feuer- und Rettungswache die hauptamtliche Wache ihren 24- Stunden- Dienst auf.
Nach der Beschaffung von drei neuen Löschfahrzeugen in den Jahren von 1972 bis 1974 (je ein LF 16 für Millrath und Unterbach, sowie ein weiteres LF 8 für Millrath) und der Beschaffung weiterer kleinerer Fahrzeuge erhält Erkrath seine erste Drehleiter, die mit ihren 30 m Länge für Einsätze an den neuen hohen Häusern in Erkrath und Hochdahl sehr von Nutzen ist.

Die Jahre 1975 bis 1995:
1975 erfolge in Nordrhein- Westfalen eine kommunale Neugliederung. Hochdahl wird der Stadt Erkrath hinzugefügt, der Ortsteil Unterbach wird Düsseldorf zugeschlagen. Für die Erkrather Feuerwehr bedeutet dies, dass nun die Löschzüge Erkrath, Millrath und Trills zur Feuerwehr Erkrath gehören. Der Löschzug Unterbach verbleibt bis 1995 freiwillig bei der Feuerwehr Erkrath, bis er der Feuerwehr Düsseldorf zugeordnet wird.

1983 wird die heutige Feuer- und Rettungswache an der Schimmelbuschstraße in Dienst genommen.

Ein weiteres bis heute wichtiges Ereignis für die Nachwuchsarbeit ist die Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahr 1983 mit damals 12 Mitgliedern.
 Ebenso sind heute die weiblichen Mitglieder der Feuerwehr Erkrath nicht mehr wegzudenken. 1984 machte Astrid Höller den Anfang und trat als erstes weibliches Mitglied in den Löschzug Unterbach ein. 1986 konnte der Löschzug Erkrath vom zu klein gewordenen Gerätehaus an der Gink in die ehemaligen Räume des Bauhofs an der Ludenberger Straße umziehen.

1995 wurde der Löschzug Unterbach Teil der Feuerwehr Düsseldorf.

Textquelle: Internetseite der Feuerwehr Erkrath